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Wie alles anfing

Im Frühjahr 1993 steht in der Kreuzberger Cuvrystr. 22 die Bäckerei Piontek zum Verkauf an. Dem Angebot einer Bäckereikette steht das Gebot von Antonius Beumer und Christa Lutum entgegen, das mit einem überzeugenderen Konzept den Zuschlag erhält.
Die BioBäckerei Beumer & Lutum startet im Herbst 93 mit dem Ziel, gutes Brot und Backwaren aus vollwertigen Rohstoffen zu produzieren. Die Bäckereigründer sind keine Neulinge auf dem Gebiet.

In einem Handwerksbetrieb in Westfalen aufgewachsen, macht Christa Lutum eine Ausbildung zur Bäckerin und macht in den unterschiedlichsten Bäckereien viele Erfahrungen. 1986 gehört sie zu den vier Frauen unter 75 Männern, die vor der Handwerkskammer Arnsberg ihre Bäckermeisterprüfung erfolgreich bestehen.

Durch den heimatlichen Landwirtschaftsbetrieb in Westfalen setzt sich Antonius Beumer bereits in frühen Jahren kritisch mit der zunehmenden Industrialisierung der Agrarwirtschaft auseinander. Nach einem Soziologiestudium und der Mitarbeit in Projekten und Kollektiven unterschiedlichster Art, ist er 1983 Mitbegründer eines Bäckereikollektivs in Berlin.

Dort begegnen sich Antonius und Christa und beschließen, sich selbstständig zu machen. Sie möchten ihren eigenen Ideen einer langfristigen und nachhaltigen Unternehmensplanung mehr Raum zu geben.

Die neuen Geschäftsinhaber setzen sich folgende Vorgaben, die bis heute ihre Gültigkeit haben:
- Die Rohstoffe werden aus kontrolliert biologischem Anbau bezogen, der möglichst regional verwurzelt ist.
- Bei der Verarbeitung wird auf den Zusatz jeglicher künstlicher Backhilfsmittel verzichtet.
- Auf Fertigmischungen, auch aus kontrolliert biologischem Anbau, wird gänzlich verzichtet.
- Vorgefertigte Tiefkühlbackwaren werden nicht in das eigene Sortiment übernommen.

Daraus entwickeln Beumer & Lutum ein Basissortiment, das von dem Grundsatz ausgeht:
»Brot ist ein Grundnahrungsmittel und sollte daher vollwertig gebacken werden. Feinbackwaren sind ein Genussmittel, die den Gaumen »kitzeln« sollen und daher auch mit hochwertigen Auszugsmehlen gebacken werden können«.

Von Anfang an wird nicht nur für das eigene Geschäft in der Cuvrystraße gebacken, sondern auch für erste Wiederverkäufer, deren Kreis sich bis heute auf zirka 150 Kunden ausgeweitet hat. Heute beliefern wir neben Cafés, Hotels, Märkten, Kinderläden, Food Coops und einzelnen Organisationen über 90 Naturkostfachgeschäfte und Bio-Supermärkte in Berlin, Potsdam und Umgebung.

2003 wird in der Zossener Straße 34 in Kreuzberg eine erste Filiale eröffnet. Durch den dortigen Einbau einer Küche ergibt sich die Möglichkeit, unsere Produkte durch ein Imbiss-Angebot (Suppen, Salate, vegetarische Gerichte, u. v. m.) zu ergänzen.

Diese Idee wird 2006 in der Cuvrystraße (im wörtlichen Sinne) ausgebaut, durch die Eröffnung eines kleinen Cafés mit angeschlossener Küche.

Die Produktion für Brote und Brötchen findet seit Januar 2008 in der Neuköllner Naumburger Str. 4 statt. In den Räumen der ehemaligen Karstadt-Konditorei können unsere Bäcker*innen auf 1.200 Quadratmetern in weitaus arbeitsfreundlicherer Umgebung ihre Tätigkeit ausführen. Der Produktionsstandort Cuvrystraße wurde zugleich für die Arbeit der Konditor*innen optimiert.

Die ehemalige Verkaufsstelle der Vollkornbäckerei »Kreuzberger Brotgarten« in der Körtestr. 36 gehört seit Sommer 2009 zu Beumer & Lutum. Dank der großzügigen Räumlichkeiten ist hier auch ein - inzwischen sehr beliebtes - Café entstanden.
Im April 2014 übernehmen wir die alteingesessene Handwerksbäckerei Kempe mit den Standorten Hufelandstraße und Winsstraße im Prenzlauer Berg. Wir freuen uns, dass die beiden Läden somit in »echter Bäckerhand« geblieben sind. Und zur Erinnerung an unsere Vorgänger backen wir noch heute ein Brot nach deren Rezept: die Kempe Kruste.

Alljährlich lassen wir unsere Produkte zertifizieren, entsprechend den Anforderungen der ÖKO-Verordnung, Zertifizierungssystem: ökologischer Landbau, um lückenlos nachweisen zu können, dass wir mit Roh- und Hilfsstoffen aus kontrolliert biologischem Anbau und ökologisch gesicherter Herstellung arbeiten.